Dienstag, 5. November 2019
Als Mutter sich dann ans Piano setzte und mit einem Zwinkern in die Richtung, in der sie meinen Geist vermutete, zu spielen und zu singen begann, da lief ein Schaudern durch meinen Astralleib und ich bereute meine Entscheidung, Gift zu trinken. Ich hatte das Gift getrunken, nicht um ihr zu entkommen, sondern um sie als Rachegespenst heimzusuchen, bis sie auch Gift trank oder Domestos. Wie ich Rache nehmen wollte, musste ich mir noch in Ruhe überlegen, erst einmal wollte ich sie einige Tage observieren, meine Unsichtbarkeit machte aus mir auch ohne jeden Volkshochschulkurs einen akzeptablen Observator. Doch war ich wirklich unsichtbar? Das Zuzwinkern mochte eine geisterhafte Einbildung meines Geistergehirns gewesen sein, aber irgendwie spürte ich tief in meinem geisterhaften Innendrin, dass Mutter meine Anwesenheit nicht nur wahr nahm, sondern befriedigt zur Kenntnis nahm, als ob sie fest damit gerechnet hätte, dass ich sie nach meiner Selbstentleibung besuchen käme. Sie lächelte beim Spielen und jetzt zwinkerte sie schon wieder verschmitzt. Meine Geisterhaut bekam Gänsehaut und ein Geisterkloß setzte sich in meinem Geisterhals fest. Sie spielte und sang entzückt, entrückt und beschwingt mit einer Art glockenheller Reibeisenstimme und ja: sie KONNTE MICH SEHEN! Sie blickte mir direkt in meine vor Schreck geweiteten Geisteraugen, und mir wurde klar, wer von Anfang an die Marionette und wer die Puppenspielerin gewesen war. Also begann ich zu tanzen, abrupt, heftig, aber ohne Anmut, so wie Geistermarionetten zu tanzen pflegen, wenn es ihre Gebieter spontan überkommt. Und Mutti sang und spielte und die Party ging los. "I put a spell on you, because you are mine!"

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Da fehlt ja noch eindeutig der Link für die Unwissenden: https://www.youtube.com/watch?v=7kGPhpvqtOc , wobei mir die Version die ich hier auf Platte hab noch besser gefällt. Deine Mutti, inkognito. P.S.: Und sonst, geht’s wieder besser?

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Hallo Herr kuena, danke der Nachfrage! Mir geht es dem trüben Herbstwetter entsprechend. Heute bin ich stubenhocker, aber morgen muss ich wieder an die frische Luft. Hoffe, Ihnen geht es gut und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend!
Oh, ja, Screaming Jay Hawkins! Sein Gesicht hatte ich heute zuerst vor dem inneren Auge, bevor Mutti ihn ablöste. Ansonsten gefällt mir auch die Version von Nina Simone ganz gut.

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Musste hoite in den Garten, die Vögel füttern, Kartoffeln und Kräuter holen. Saß dann wegen Regen drei Bier und einen Spliff lang fest. Hat nix geholfen. Auf dem Rückweg kaufte ich mir dringend benötigte neue, gefütterte und angeblich wasserdichte Winterstiefel.

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Drei Bier und einen Spliff und Sie sagen, Sie hatten keinen Spaß? ;) Angeblich wasserdicht, oha, na dann machen Sie doch mal die Probe aufs Exempel!

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