Freitag, 2. Oktober 2020


ich weiß nicht, warum ich hikikomori so faszinierend finde. jedenfalls nicht genau. eine sache, die mich beeindruckt ist diese konsequenz. das einfach nicht mehr mitmachen. und die friedfertigkeit, die die leute in der regel ausstrahlen. keine ahnung, wieviel wut die unter der fassade verstecken. die angst ist ja bei einigen sehr gut zu erkennen. der junge mann mit dem mangas schwitzt ziemlich brutal. jeder anruf, jede email macht ihn unruhig. ich kenne das. mich mach auch immer noch jeder anruf, jedes klingeln und jede email, jeder brief unruhig. manchmal sogar panisch. ich zwinge mich halt, öfter rauszugehen als nötig, aber oft bereue ich es hinterher. da kriegt man etwas frische luft und bewegung und sollte davon enstpannter sein, aber man kommt voller angstschweiß und schmerzhaften muskelverspannungen nach hause. leider kriege ich auch von netflix und playstation schmerzhafte muskelverspannungen. bei mir ginge hikikomori nur auf drogen. der alte mann, der alleine starb hatte auch alkohol bei sich zuhause, vielleicht trinken die älteren hikikomori mehr als die jüngeren, vielleicht nehme die älteren mehr tabletten.

vielleicht war es ein fehler, heute zum lidl zu gehen. schon wieder schweissnass. aggressive leute, habe mir den einkaufswagen von einem maskierten banditen abnehmen lassen und dabei einen euro verloren. aber der kühlschrank ist ganz gut gefüllt vor dem langen wochenende. theoretisch könnte das fast eine woche reichen. hikikomiri ist aber nichts für verfressene menschen, die alleine leben. lieferando gutschein für 3 euro hilft da auch nicht viel.

ich verstehe nicht, wie man noch schockiert vom tod sein kann. jeder tag ist tod zehntausendfach. jeder tod ist sinnlos. tod macht mich müde. aber nicht lebensmüde. wenn man geld hat, kann man sich einfrieren lassen, so wie einz aus thailand. ich gönne es den kryptonierten normal nicht, dass sie irgendwann wieder geweckt werden, aber das kleine mädchen aus thailand ist eine ausnahme. ich habe nur das ende der doku gesehen. einerseits fühlt man mit den eltern und dem bruder mit, andererseits denkt man, was für ein privileg, wieviele kinder sterben jeden tag. kryonik ist es irgendwie nicht. auch lebensverlängernde nanodingens nicht. irgendwann stirbt das sonnensystem, die galaxie, das universum. ich hoffe, dass ich bereit sein werde, loszulassen, wenn die stunde kommt. fast alle guten sind tot. man ist nicht in schlechter gesellschaft, wenn man tot ist.

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Ob bereit oder nicht, wird das Universum wahrscheinlich auch nicht gefragt werden. Eine meiner Freundinnen ist wegen der Medikamente, die sie nehmen muss, ständig schweißnass, die hätte zur Abwechslung sicher nichts gegen einen maskierten Banditen. Schönes Wochenende, Fresssack;)

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Na bitte, geht doch auch ohne obligatorische links! Ich habe schon seit Jahren kein schönes Wochenende gehabt.

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kein Wunder, wenn Du anderen nicht einmal ein paar unschuldige Freuden gönnst und immer einen auf Personal Trainer machst.

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Unschuldige Freuden von mir aus, aber nicht bei mir im Blog.

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